WIR SEHEN DIE DINGE NICHT WIE SIE SIND, SONDERN WIE WIR SIND

Willst du im laufenden Jahr ein Ergebnis sehen, so säe Samenkörner.

Willst du in zehn Jahren ein Ergebnis sehen, so setze Bäume.

Willst du das ganze Leben lang ein Ergebnis sehen, so entwickle die Menschen.

Kuan Chung Tzu

HIER UND HEUTE

Manchmal macht es mich traurig, dass ich nicht mehr von mir, von dem was ich bin und was mich ausmacht, weiter geben kann, das bleibt. Ich habe in meinem Leben viel für mich und meine Entwicklung gemacht, habe die Chancen im Leben gekriegt und genutzt, aber dies scheint mir nutzlos, umsonst, macht keinen Sinn, wenn niemand sonst davon profitieren kann. Man kann all sein Wissen und Können nur vermehren, wenn man es anderen Menschen zugänglich macht. Der Sinn des Lebens ist nicht der Mensch für sich selber, sondern was der Mensch auf seinen Begegnungen mit anderen austauschen und entwickeln kann. Ohne Profitdenken, ohne Streben nach Macht, nur um des Lebens Sinn. Bescheiden, ehrlich, respektvoll und im Einklang, in Harmonie mit Mitmensch und Natur. Im Fokus zuerst das Wohl anderer und dann erst das eigene.

ABER WIESO IN AFRIKA? - UND NICHT HIER?

Hier sehe ich meinen Wirkungskreis zu sehr eingeschränkt. Ich fühle mich hier oft in einem Garten voll von Gärtnern, zu viele davon mit sich selber und ihrer eigenen Saat beschäftigt, überzeugt von ihrem Können, alles richtig zu machen, alles zu wissen, im Griff zu haben und ohne Zeit für Begegnung, Austausch und Entwicklung.

Wenn ich diesbezüglich noch ein Ergebnis erzielen will, das bleibt, dann muss ich dies an einem Ort tun, wo Begegnung, Austausch und Entwicklung noch ein echtes Bedürfnis ist. Ein Nährboden, wo noch etwas wachsen kann. Wo andere Ansichten und Lebensweisen, Zuhören, versuchen zu verstehen und voneinander Lernen noch ein Erlebnis, ein ehrliches Verlangen ist. Wo Wissen und Erfahrung zwischen Menschen noch mehr gefragt ist als all die elektronischen Kommunikationsmittel und „Apps“. Wo Zeit noch ein Teil vom Leben ist, nicht nur ein Geld- und Machtfaktor. Ich habe es hier versucht, mich beruflich karitativ nützlich zu machen. Als EDV-Leiter glaubt dir das niemand, das traut dir niemand zu, ohne soziale Ausbildung, keine Chance. Wie wenn sozial primär was mit Ausbildung zu tun hätte. Aber so ist unser System hier. Und das kann ich nicht ändern. Aber ich kann meinen Lebens- und Wirkungsraum - „meinen Garten“ - wechseln und so für diese Zeit für andere und mich eine sinnvollere Entwicklung bewirken. Ein Versuch mit Aussicht, aber ohne Garantie auf Erfolg, ich weiss. Oder ich kann es lassen und mich damit abfinden, wie bisher, akzeptieren, dass es so ist, wie es ist.

Ich habe mich entschlossen nach RUNDU zu gehen.

Es berichtet: Urs Häusermann

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