Archiv "PERSÖNLICH" 2014

Dezember 2014

17. Dezember: Reich sein und der Unterschied zwischen etwas erreichen und bewirken

Reich? Bist du reich? Reich an was? Was Reichtum ist oder wie es definiert wird, kannst du hier nachlesen. Reich hat definitiv nicht nur mit Geld zu tun, auch wenn man es oft darauf reduziert. Finanziell bin ich weder arm noch reich, und trotzdem fühle ich mich super reich. Wie soll das gehen? Ich fühle mich einerseits sehr privilegiert, wenn ich daran denke, was ich gerade machen kann. Ich kann meinen Traum leben; ich bin in Namibia und kann mich mit den Menschen dort weiter entwickeln. Ich fühle mich dadurch reich und werde jeden Tag reicher an neuen Begegnungen, Erlebnissen und Erfahrungen. Reich und privilegiert durch mein tägliches Wirken, Sinnvolles und Nützliches tun.

Es geht nämlich nicht hauptsächlich darum, was man erreicht, sondern was man bewirkt. Das ist der grosse Unterschied, der gar nicht mal so einfach zu verstehen ist. Und es ist mir durchaus bewusst, dass ich in meinem ersten Jahr mehr erreicht habe als bewirkt. Denn nun kommt der wesentlich schwierigere Teil des Einsatzes, wenn es darum geht, positive Wirkung durch das Erreichte zu erzielen und die Nachhaltigkeit sicher zu stellen. Damit meine ich z.B.: Wir haben heute im Bildungsministerium eine deutlich bessere Finanztransparenz als noch vor einem Jahr, aber wenn daraus nicht die richtigen Schlüsse gezogen und effektive Massnahmen umgesetzt werden, damit mehr Geld für die Schulen und weniger Ausgaben für die staatlichen Betriebe die Folge ist, dann bleibt die angestrebte und erwünschte positive Wirkung aus. Alles klar? Wirkungsvolle und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ist eben gar nicht so einfach.

November 2014

12. November: Weihnachts- und Neujahrswünsche

Aussenseite der Weihnachts-/Neujahrskarte

Wie schon oft in den vergangenen Jahren habe ich auch dieses Jahr wieder eine Weihnachts- und Neujahrskarte selber kreiert. In diesem Jahr war ich jedoch mit der etwas speziellen Situation konfrontiert, dass Regula und ich nicht all zu viele gemeinsame Erlebnisse hatten. Und so war ich gezwungen alle Elemente für das Layout aus dem Fotomaterial vom Juli auszuwählen, als Regula bei mir zu Besuch in Namibia war. Das Resultat der Aussenseite habe ich im Bild links dargestellt. Der orange Flammenteppich als Hintergrund der rechten Seite habe ich aus einem Wandteppich in unserem Bungalow in der Namushasha Lodge zusammengefügt. Die zwei Bilder mit dem Sonnenuntergang sind ebenfalls von einem Safaritrip organisiert durch dieselbe Lodge, wo übrigens Regula auch ihren fünfzigsten Geburtstag erlebt hat. Das Bild mit dem Kreuz ist von meiner Küche und das Herz im Rahmen vom Kaffeehaus "Koffie & Kardoesies" in Rundu. Das Fenster auf der Karte links zeigt die Sicht von unserem Schlafzimmer in der Namushasha Lodge und der halb transparente Hintergrund stammt von einem Bild in der Pension Moni in Windhoek, wo wir nach der Ankunft von Regula logiert haben.

Drucken, falten, schneiden, unterschreiben, einpacken, zukleben, anschreiben, frankieren.
Drucken, falten, schneiden, unterschreiben, einpacken, zukleben, anschreiben, frankieren.

Die Karte gibt's in Deutsch und Englisch sowie mit Empfänger spezifischem Text. Ein Teil davon wird Regula aus der Schweiz verschicken und der Versand von ca. 100 weiteren Karten (!) erfolgt durch mich von Rundu aus. Da ich nicht genau weiss, wie lange die Reise der Karten in die Schweiz dauert, werde ich diese in der letzten Woche November mit der Hoffnung versenden, dass sie noch vor Weihnachten ihr Ziel erreichen. Zur Zeit bin ich am Abend sowie zur frühen Morgenstunde mit der Produktion der Karten sowie dem Anschreiben und frankieren der Couverts beschäftigt. Aber es macht Spass und ich freue mich sehr auf Weihnachten und Neujahr!

Oktober 2014

11. Oktober: Schütze - Aszendent Skorpion

Meine etwas einseitige Sternenkonstellation
Meine etwas einseitige Sternenkonstellation

Was man hier weniger an Geld hat, das hat man hier mehr an Zeit. Und da man das Geld am Ende des irdischen Lebens nicht mitnehmen kann(!), ist es vielleicht gar nicht so schlecht, etwas mehr in die Zeit zu investieren. Manchmal kommt mir die Wahrnehmung zur Zeit vor wie zu Kinderzeiten. Da hatte ich oft das Gefühl, dass die Zeit so langsam läuft, dass es so lange geht bis Weihnachten ist, oder bis man erwachsen wird. Wenn ich am Abend oder am Wochenende alleine zu Hause bin, dann habe ich viel Zeit, viel Zeit für mich, meine Gedanken und meinen Weg. Fragen kommen auf, deren Sinn ich versuche zu verstehen, was sie für mich bedeuten könnten und welche Antwort ich als nächste Leben soll. Zeit für mich, meine Stärken und Schwächen zu erkennen und einzugestehen, Chancen und Gefahren mit möglichen Umständen und Entwicklungen abzuwägen. Zeit, mich wieder einmal etwas intensiver mit meinem Sternenbild und meiner Wahrnehmung über mich selber zu beschäftigen, und wie es wirklich sein könnte. Zeit, um mein Defizit besser zu verstehen und wie ich mit diesem besser umgehen kann, diesem begegnen könnte. Zeit zu haben, um sich Gedanken zu machen über sich selber und den Sinn des Daseins, ja, das ist wirklich viel mehr Wert als alles Geld auf der Welt. Ja, und wer weiss, vielleicht macht es ja auch viel mehr Sinn, das zurück zu lassen, was man Gutes in der Zeit hier auf Erden für die Mitmenschen gemacht hat?

September 2014

6. September: "Jeder Mensch hat zwei Leben"

Herzenskunst by Katharina Schlatter
Herzenskunst by Katharina Schlatter

"Jeder Mensch hat zwei Leben. Das zweite beginnt erst, wenn man wirklich realisiert, dass man nur ein Leben hat."

 

Kürzlich habe ich in einer Zeitschrift folgende Meldung gelesen:

Hunderte Menschen trauerten um den von Kämpfern der Terror-Gruppe "IS" ermordeten US-Reporter Steven Sotloff. Bei der Beisetzungs-Zeremonie wurde in Miami (Florida) ein Brief des 31-Jährigen verlesen. Das Schreiben war während der Geiselhaft an seine Familie geschmuggelt worden.

«Lebt Euer Leben in vollen Zügen und kämpft dafür, glücklich zu sein» schrieb Sotloff darin. «Tut was euch glücklich macht. Seid dort, wo ihr euch glücklich fühlt... Liebt und respektiert einander. Streitet nicht um Kleinigkeiten», schrieb Sotloff weiter.

Beim Lesen dieses Artikels kamen mir unweigerlich wieder die ratenden und mahnenden Worte «Geht euren Weg!» von Martin Zutter in den Sinn.

Verstehen tut man das Ganze ja schon. Es tönt ja auch ganz vernünftig und erstrebenswert. Aber, wie kriege ich das hin? Ja, das ist wohl die Schwierigkeit. Wo und wie beginnen? Vielleicht muss man auch gar nicht allzu weit suchen und eigentlich hat jeder alles was er dazu braucht, nicht Geld oder irgend welche materiellen Dinge, nein, es ist das erste Leben. Jeder Tag hat tausend Chancen, die zum zweiten Leben führen. Geniesse - wenn immer es geht - den Moment, das Zusammensein und der Austausch mit dir wichtigen Menschen. Aber auch die Einsamkeit und Stille sollte seinen Platz finden, damit du dir in aller Ruhe Gedanken machen und Klarheit schaffen kannst über dich und deinen Weg. Selbstverständlich kann man nicht alles so einrichten, wie man möchte, aber dort, wo es möglich ist, verschwende deine Zeit nicht mit Dingen, die dich nur ablenken, verführen, belasten und dich nicht wirklich befreien und glücklich machen. Ich glaube, das Ziel ist dann erreicht, wenn man bereit ist, getrost, gelöst und zufrieden das zweite Leben zu leben.

August 2014

15. August: Regional Culture Competition

Der Besuch am Regional Culture Competition Event in Mukwe wird für mich wohl das Highlight im Monat August bleiben. Ich war tief beeindruckt, was ich da von den Jugendlichen zu sehen und zu spüren bekam und es hat mir einmal mehr bewiesen, dass auch die Menschen hier im Süden wertvolle Fähigkeiten haben, die der Entwicklung von uns Menschen im Norden gut täten. 

Juli 2014

5. Juli 2014: Dem Herzen entgegen reisen

Ja, und heute fahre ich die 700 km von Rundu nach Windhoek, um Regula dann Morgen früh am Flughafen zu empfangen. Es sind nun doch schon genau 6 Monate her, dass wir uns verabschiedet und gespürt haben und wir freuen uns nun beide auf diesen gemeinsamen Monat hier in Namibia. Die letzten 180 Tage waren für mich extrem bereichernd, spannend, neu, lehrreich, emotional, farbig, überraschend, bewegend und vieles mehr. Ich bin so glücklich, dass ich dies alles so erleben darf. Ich habe in dieser Zeit hier so viele neue Eindrücke erlebt und verarbeitet, so viele neue Begegnungen erfahren, die Zeit neu und so viel anders erlebt als bisher im Norden. Neue Freundschaften sind am enstehen, neue Überlegungen und Ansichten tun sich auf, sowie sind Werte und Wichtigkeiten sich am verschieben. Diese ganze Erweiterung der Gefühle, Empfindungen, Gedanken sowie all der neuen Erfahrungen und Erlebnisse, dies alles kommt mir manchmal vor wie ein zweites Leben. Eine zweite Welt als Balance, Kontrast, Schatten zu dem, was ich bis anhin kannte und schätzte. Etwas, das relativiert, das zufriedener macht, das vieles in einem anderen Licht erscheinen lässt, neue Sichten ermöglicht und die Seele reinigt.

 

PS: Übrigens, diese Kunstwerke und mehr kann man kaufen bei: Katharina Schlatter

Juni 2014

12. Juni 2014: Es ist schon viel "gegangen" und sie wird bald kommen

Mein Jahreskalender im Büro
Mein Jahreskalender im Büro

Schon über 5 Monate bin ich nun hier und es ist tatsächlich extrem viel geschehen. Vieles musste in den ersten Wochen erledigt werden, damit ein einigermassen "geregeltes" Leben möglich war. Es galt vor allem das leere Haus mit all den täglichen Notwendigkeiten zu füllen, damit ich mich wohl und zu Hause fühlen kann. Und auch im Geschäft war so einiges los und wenn ich zurück blicke, was ich zusammen mit Heinz Thürig, dem Finanzchef des Directorates und dem Management Team umgesetzt habe, dann bin ich schon ein bisschen stolz und sehr zufrieden.

Prost! - Auf ein baldiges Wiedersehen.
Prost! - Auf ein baldiges Wiedersehen.

Ich habe auch schon begonnen den zweiten Rundbrief zu schreiben, der im August/September verschickt wird. Ich werde darin sehr viel konkretes über meine Arbeit hier im Directorate berichten und ich hoffe, dass ich euch damit ein bisschen für mein Engagement hier begeistern kann. Und dann in 3 Wochen wird mich Regula für einen Monat besuchen. Ich freue mich sehr darauf und ihr zu zeigen, wie das Leben hier so ist. Und sie hat es mehr als verdient, denn für sie war es eine sehr strenge Zeit so alleine zu Hause mit all den vielen privaten ToDo's, die sie nun alle selbst zu erledigen hatte und ihrem anspruchsvollen 100% Job.

Mai 2014

8. Mai 2014: Vieles hat mit dem Herz zu tun

Botswana 2006: Gras in Herzform
Botswana 2006: Zeichen (Gras) in Herzform

"Vieles hat mit dem Herz zu tun" meine ich nicht aus medizinischer Sicht, sondern vielmehr, dass ich das Glück habe und schätze, viele meiner Herzenswünsche erleben zu dürfen. Ich bin hier in Afrika, wo mein Herz gesagt hat, dass ich für eine Weile sein möge. Ich habe zu Hause eine Frau des Herzens, die ich liebe und die mein Herzensdrang mitlebt. Dieses Gras in Herzform habe ich eines Morgens ausserhalb meines Zeltes in Botswana auf der Tour d'Afrique 2006 gesehen. Also nicht weit von hier (Rundu), aber weit von hier erinnert es mich an Regula zu Hause in der Schweiz. Im Herzen sind wir ganz nah zusammen, aber "physisch" weit entfernt. Es gibt Dinge oder Gefühle, die kennen keine Distanz. Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären, muss man auch nicht, sollte man einfach so nehmen, wie sie sind, ohne zu verstehen. Oft braucht es vielmehr Zeit, Geduld, und dann ist es auf einmal klar, ohne dass man es erklären kann. Aber man muss bereit sein, loslassen können, so wie mein Lieblingszitat es beschreibt:

"Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte. Wenn ich loslasse, was ich habe, bekomme ich, was ich brauche." (Lao Tse, Tao Te King)

April 2014

16. April 2014: Die ersten 100 Tage

Liebe - Lachen - Lächeln
Liebe - Lachen - Lächeln

Heute sind es genau 100 Tage her, seit ich die Schweiz, mein zu Hause, meine Freunde und Regula verlassen habe und meine Reise in die Fremde, ins Unbekannte, ins Ungewisse begonnen habe. Heute, nach 100 Tagen, weiss ich schon viel mehr, vieles hat sich geklärt und vieles ist passiert und habe ich in dieser Zeit gelernt, gelernt zu meistern, zu begegnen, zu verstehen und zu bewundern. Und bei dieser Selbstentwicklung ist es sehr hilfreich, wenn Liebe - Lachen - Lächeln ein ständiger Begleiter bei Begegnungen und Entdeckungen ist. Ich glaube, Liebe zu dem was man tut ist extrem wichtig, denn wenn nicht eine gewisse Leidenschaft für das eigene Handeln und Wirken vorhanden ist, dann wird auch das Glücklichsein ausbleiben. Eng damit verbunden ist natürlich eine tüchtige Portion an Lachen, jeden Tag sollte man ein paar Mal herzhaft und ungezwungen lachen können. Sich und andere zum Lachen bringen als tägliches seelisches Fitnessprogramm, kostet meistens nichts, bewirkt sehr viel Positives und ist äusserst gesund. Und Lächeln: Begegne und erfreue deine Mitmenschen mit einem ehrlichen und freundlichen Lächeln und du wirst erstaunt sein, was es bewirkt, bei dir selber und deinem Gegenüber. Ich versuche jeden Tag mit einer Portion Liebe - Lachen - Lächeln zu leben und es hat mir bis jetzt sehr gut getan, auch hier und während diesen ersten 100 Tagen, ich kann es nur empfehlen. Vielleicht ist dies sogar ein neues günstiges Erfolgsrezept, das wirkt, auch wenn es nicht von der Hochschule St. Gallen kommt. Probiers auch und du wirst es erfahren!

März 2014

18. März 2014: Der Start ist perfekt gelungen

Interteam Familie beim Monitoring Treffen
Interteam Familie beim Monitoring Treffen

Ich bin jetzt gut 2 Monate hier in Rundu und wenn ich Bilanz ziehe, dann muss ich feststellen, dass ich mehr als zufrieden bin. Mein Haus ist so langsam aber sicher mit dem Wichtigsten eingerichtet und wohnlich. Ich habe mich organisiert, weiss wie waschen, wo zum Coiffeur gehen, was einkaufen und bin mehr oder weniger vorbereitet, wenn Strom und Wasser ausbleiben. Nach den Reparaturen und neuen Reifen an meinem Toyota läuft dieser nun auch zuverlässig. Auch gesundheitlich geht es mir bestens, auch wenn ich die Moskitos nie wirklich lieben werde.

Auch im Geschäft läuft es bedeutend schneller bestens als anzunehmen war. Ich bin nach 2 Monaten schon mitten drin in einem wichtigen Projekt. Die Zusammenarbeit mit dem Management Team funktioniert und macht Spass. Und ich geniesse vor allem auch den Austausch mit Heinz Thürig, der uns zusammen mit Lea im Juli leider verlässt. Ich bin mir auch bewusst, dass dieses Anfangshoch nicht immer anhalten wird und dass auch ich meine Krise und Frustration erleben werde. Aber noch geniesse ich die spannende, lehrreiche, ereignisreiche, eindrückliche, sinnvolle und etwas andere Zeit hier in Rundu und im Directorate of Education.

Februar 2014

6. Februar 2014: Einen Monat als Fremder in der Fremde

Es war nicht immer so schön
Es war nicht immer so schön

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Genau jetzt, wo ich diesen Eintrag schreibe, vor einem Monat hat mich Ruedy Bolliger zum Flughafen nach Zürich Kloten gebracht. Es war der Start einer dreijährigen Reise ins Ungewisse. Heute weiss ich etwas mehr, aber ich weiss weiterhin nicht, wie diese Geschichte weiter geht oder gar endet. Vieles ist schon passiert in diesem ersten Monat (siehe BLOG). Nicht nur Angenehmes und Schönes. Manchmal war es emotional sehr anspruchsvoll. Es war aber auch für mich viel stressiger als ich es mir vorgestellt hatte, wärmer nicht. Es war mir auch immer bewusst, dass man es sich nicht wirklich vorstellen kann, wie es ist. Und dann, wenn es ist, ist es oft anders, als man es sich vorgestellt hat. Wie auch immer, für Regula und mich war dieser erste Monat von viel Unruhe, innerer Unruhe - wenn man dem so sagen kann - geprägt. Vielleicht ist der Anfang am Schwersten, ich gehe mal davon aus. Es wäre gut so.

Januar 2014

24. Januar 2014: Tagebuch als Blog

Wunderschöne Libelle ©Heinz Schmid
Wunderschöne Libelle ©Heinz Schmid

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Ihr habt sicherlich bemerkt, dass vor einem Monat Weihnachten war? Aber habt ihr auch bemerkt, dass ich begonnen habe den Blog als Tagebuch zu gestalten. Ich weiss nicht, ob ich das durchhalte, jeden Tag etwas Interessantes zu schreiben und ich weiss nicht, ob ihr das durchhaltet, jeden Tag von mir etwas Neues zu lesen. Gemäss dem Motto: "Wenn man es nicht weiss, dann muss man es machen", werde ich mal damit beginnen und auch wieder aufhören, wenn ich merke, dass ihr euch langweilt. Merken kann ich das natürlich am Besten, wenn ihr mir ehrliches Feedback gebt. Dafür ist ja auch vorgesehen, dass man einen Kommentar machen kann und der muss ja nicht nur positiv sein ;-))

Also, dann schaut mal rein unter BLOG.

11. Januar 2014: Letzte Einsatzvorbereitung in Windhoek

Kinder im Katutura Township
Kinder im Katutura Township

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Die Reise nach Windhoek hat einwandfrei funktioniert, d.h. alles Gepäck, inklusive mein Fahrrad, ist vollständig und ohne Schaden hier angekommen. Ich habe auch schon meine ersten Kilometer mit meinem Toyota gemacht und ich bin dabei, mich an das Linksfahren zu gewöhnen, auch wenn ich noch oft zuerst die Scheibenwischer starte bevor ich den Blinker stelle.

Ich bin bis nächsten Mittwoch noch hier in Windhoek, wo ich und die anderen Volunteers vom lokalen Interteam Koordinationsteam den letzten Schliff erhalten sowie bei den notwendigen administrativen und anderen Aufgaben (Arbeitsbewilligung, Bankkonto eröffnen, Fahrzeug einlösen, Einkäufe für das Leben in Rundu machen) mit Rat und Tat, aber auch mit Kompetenz und Geduld unterstützt werden.

Heute Morgen haben wir eine Tour in und um Windhoek herum gemacht, wo wir u.a. die Townships von Katutura (Windhoek) besucht haben sowie einige unrümhmliche geschichtliche Vorkommnissse aus der Zeit der Kolonialisierung und Apartheid erfahren haben.

6. Januar 2014: Tag der Abreise

Ich habe heute noch die letzten Pendenzen erledigt. So war ich z.B. noch in Luzern bei INTERTEAM, um u.a. die Adress-Etiketten für die Versendung des Rundbriefes abzuholen und mich von den INTERTEAM-Mitarbeitern/Innen zu verabschieden.

Die Druckerei hier in Fahrwangen wird noch diese Woche meinen Rundbrief drucken, damit Regula diesen dann an alle mir gemeldeten Adressen versenden kann. Der nächste Rundbrief sollte dann etwas ausführlicher werden, da ich ja dann über genügend vor Ort Erlebnisse berichten kann.

Ich war tief berührt über die vielen letzten Besuche und Kontakte, die ich von euch in den letzten Stunden vor meiner Abreise erfahren durfte. Es ist grossartig und ich bin unbeschreiblich stolz, dass so viele Menschen in Gedanken bei mir sind.

Laut Programm werde ich bis ca. 16. Januar in Windhoek sein, wo ich zusammen mit dem Landeskoordinator meinen Einsatz in Rundu bespreche und vorbereite.

So, nun verabschiede ich mich definitiv von der Schweiz und freue mich auf die Kommunikation mit euch über diese Seite oder meine Email-Adresse (urs.haeusermann@interteam.ch).

Machet's guet ond händ Sorg.

Urs

3. Januar 2014: Der Countdown läuft, noch 3 Tage bis zur Abreise

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Zu aller erst wünsche ich euch für das 2014 alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit und vor allem dass es euch gelingt, genug Zeit für jene Menschen und Dinge zu finden, die euch lieb und wichtig sind. Dies dürfte in der Welt, wie sie sich hier und heute präsentiert gar nicht so einfach sein und troztdem glaube ich, dass es noch möglich ist und dass ihr es unbedingt ab und zu und ganz bewusst und überzeugt versuchen sollt, denn es lohnt sich.

Es berichtet: Urs Häusermann

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